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Wasserstoffheizung: Der Hype, der Stand der Dinge und die Realität für Ihr Zuhause

Wasserstoffheizung: Der Hype, der Stand der Dinge und die Realität für Ihr Zuhause

Wasserstoff (H₂) wird oft als "Champagner der Energiewende" und Allheilmittel für die Wärmewende gefeiert. Doch was steckt wirklich hinter dem Begriff? Kann der flüchtige Stoff schon bald unseren Heizkeller ersetzen? Ein realistischer Blick auf den Stand der Entwicklung.


Was ist eine Wasserstoffheizung überhaupt?


Grundsätzlich sind zwei verschiedene Technologien zu unterscheiden:

  1. Die Wasserstoff-Ready-Heizung (H2-ready):

    Das ist derzeit der vielversprechendste Ansatz für den Gebäudebereich. Dabei handelt es sich um eine Gasbrennwertheizung, die technisch so vorbereitet ist, dass sie zunächst mit Erdgas und später, wenn verfügbar, mit einem Beimischungsanteil von Wasserstoff (bis zu 100 %) betrieben werden kann. Sie ist im Grunde eine "zukunftssichere" Gasheizung.


  2. Die reine Wasserstoff-Brennstoffzelle:

    Diese Geräte erzeugen durch eine chemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff sowohl Strom als auch Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung). Sie sind sehr effizient, aber aktuell noch extrem teuer in der Anschaffung und dienen eher als Nischenlösung.

Schema Wasserstoffheizung
KI generiert

Der aktuelle Stand der Technik: Wo stehen wir heute?


Die Entwicklung schreitet voran, aber wir sind noch lange nicht in der Breite angekommen.


  • Feldtests und Pilotprojekte: In einigen Modellregionen und Quartieren in Deutschland laufen erfolgreiche Tests. Hier werden bestehende Gasnetze schrittweise auf Beimischungen von bis zu 20 % Wasserstoff umgestellt. Die dort installierten "H2-ready"-Geräte kommen damit problemlos zurecht.

  • Verfügbarkeit von Geräten: Einige Hersteller bieten bereits serienmäßig "H2-ready"-Gasbrennwertthermen an, die für 20 % Wasserstoffbeimischung zugelassen sind. Geräte für 100 % Wasserstoff sind noch im Prototypenstadium.

  • Das große Problem: Die Verfügbarkeit von (grünem) Wasserstoff: Hier liegt der größte Haken. Derzeit gibt es kaum nennenswerte Mengen an Wasserstoff, und schon gar nicht an grünem Wasserstoff (hergestellt mit Ökostrom per Elektrolyse). Der überwiegende Teil wird aus Erdgas gewonnen ("grauer Wasserstoff"), was klimaschutztechnisch kontraproduktiv ist. Das vorhandene Gasnetz ist zudem noch nicht flächendeckend für hohe Wasserstoffanteile geeignet.


Die großen Herausforderungen auf dem Weg zur Wasserstoffheizung


Bevor Wasserstoff im Heizungskeller ankommt, müssen immense Hürden überwunden werden:


  1. Die Produktion: Es braucht gewaltige Mengen an zusätzlichem Ökostrom, um grünen Wasserstoff in nennenswerten Mengen herzustellen. Dieser Strom wird dringend auch für die E-Mobilität und die Direktstromheizung (Wärmepumpe) benötigt.

  2. Der Transport und die Speicherung: Wasserstoffmoleküle sind sehr klein und flüchtig. Bestehende Gasleitungen und -speicher müssen ertüchtigt werden, was hohe Investitionen erfordert.

  3. Der Preis: Grüner Wasserstoff ist heute und auf absehbare Zeit eine rare und teure Energiequelle. Experten gehen davon aus, dass er auch 2045 noch deutlich teurer sein wird als Erdgas heute. Für den Verbraucher würden die Heizkosten explodieren.

  4. Der Wirkungsgrad: Der Weg "Ökostrom -> Wasserstoff (Elektrolyse) -> Transport -> Verbrennung" hat einen sehr geringen Gesamtwirkungsgrad. Aus einer Kilowattstunde Strom wird am Ende nur noch etwa 0,3-0,4 kWh Wärme. Bei einer Wärmepumpe werden aus 1 kWh Strom 3-4 kWh Wärme. Die direkte Nutzung von Strom in Wärmepumpen ist also um ein Vielfaches effizienter.

Handwerker erklärt eine Wasserstoffheizung
KI Generiert

Für wen ist eine Wasserstoffheizung (heute) eine Option?


Aktuell ist der Einbau einer reinen Wasserstoffheizung keine realistische Option für den einzelnen Hausbesitzer.


Der sinnvollste Schritt für alle, die heute eine Gasheizung ersetzen müssen und langfristig auf Wasserstoff setzen möchten, ist der Einbau einer "H2-ready"-Gasbrennwertheizung. Diese ist eine Art Brückentechnologie:


  • Vorteil: Sie bleibt auch bei einer späteren Umstellung des Gasnetzes auf Wasserstoffbeimischungen funktionsfähig und schützt so Ihre Investition.

  • Wichtig: Fragen Sie Ihren Heizungsinstallateur nach einer schriftlichen Herstellergarantie, dass das Gerät tatsächlich auf einen bestimmten Wasserstoffanteil umgestellt werden kann.


Fazit: Wasserstoff – kein Heizungsersatz, sondern ein Teillösung


Die Wahrheit ist: Wasserstoff wird nicht das neue Erdgas. Er wird nicht flächendeckend und für jeden Haushalt verfügbar sein.

Seine Rolle in der Wärmewende wird voraussichtlich eine andere sein:


  • Beimischung im Gasnetz: Um die CO2-Bilanz von bestehenden Gasheizungen kurzfristig etwas zu verbessern.

  • Lösung für Industrie und Schwerlastverkehr: Wo Elektrifizierung schwierig ist.

  • Langfristspeicher für Ökostrom: Überschüssiger Sommerstrom wird zu Wasserstoff und wird im Winter verheizt oder verstromt (Power-to-Gas).

  • Lösung für bestimmte Quartiere: In dicht bebauten Gebieten, wo Wärmepumpen an ihre Grenzen stoßen, könnten mit Wasserstoff betriebene Blockheizkraftwerke (BHKWs) und Wärmenetze eine Alternative sein.


Für den überwiegenden Großteil der Eigenheimbesitzer bleibt die Wärmepumpe oder der Anschluss an ein Wärmenetz die effizienteste und wirtschaftlichste Lösung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Die Wasserstoffheizung ist eine Nischenlösung für besondere Fälle, aber (noch) nicht die Zukunft für alle.

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21 Kommentare

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Gast
16. Dez. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Sind wir mal gespannt was die Zeit bringt

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Gast
15. Dez. 2025

Das ist sicher eine Alternative

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Gast
15. Dez. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Sehr interessante Info zum Stand.

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Viktoria Koch
Viktoria Koch
15. Dez. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Vielen Dank für die vielen Kommentare.

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Gast
15. Dez. 2025
Antwort an

Ist auch ein guter Beitrag

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Gast
15. Dez. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ich bin schon der Meinung, dass der Wasserstoff in vielen Bereichen das Öl oder Gas ablösen kann.

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Viktoria Koch
Viktoria Koch
15. Dez. 2025
Antwort an

Könnte möglich sein


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