Nachträgliches Dämmen von alten Mauerwerks-Rollladenkästen:
- Norbert Koch

- 11. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Nachträgliches Dämmen von alten Mauerwerks-Rollladenkästen: Die unerwartete Wärmebrücke entschärfen
Sie haben gedämmte Wände und neue Fenster, aber im Winter spüren Sie immer noch einen kalten Luftzug? Oft ist der Schuldige eine übersehene Schwachstelle: der ungedämmte Rollladenkasten. Besonders in alten Gebäuden sind diese Kästen aus Mauerwerk massive Wärmebrücken. Die gute Nachricht: Eine nachträgliche Dämmung ist fast immer möglich und äußerst wirksam.

Warum der Rollladenkasten so problematisch ist
Ein Rollladenkasten ist eine Hohlraumkonstruktion, die direkt mit der kalten Außenluft verbunden ist. Bei alten, ungedämmten Mauerwerkskästen sieht das Problem so aus:
Konvektion (Luftzug): Kalte Luft fällt in den Kasten, erwärmt sich leicht an der Innenwand und steigt wieder auf. Dieser ständige Luftumlauf transportiert Wärme nach draußen.
Wärmeleitung: Das massive Mauerwerk leitet die Innentemperatur effizient nach außen.
Tauwasserbildung: An den kalten Oberstellen im Kasteninnenraum kann sich Feuchtigkeit niederschlagen, was zu Schimmelpilzbildung führen kann.
Die Folge: Erhöhte Heizkosten und ein unbehagliches Raumklima.
Drei wirksame Methoden zur nachträglichen Dämmung
1. Die Innen-Dämmung (Die häufigste Lösung)
Hierbei wird der Rollladenkasten von innen über die geöffnete Führungsschiene oder durch eine separate Öffnung gedämmt.
Vorgehen:
Den Gurtabschlusskasten und die seitlichen Führungsschienen demontieren.
Den Hohlraum des Kastens vollständig und lückenlos mit Dämmmaterial verfüllen.
Geeignete Materialien sind Dämmwolle (z.B. aus Mineralwolle oder Hanf), Einblasdämmung oder geschäumte Dämmplatten.
Abschließend wird der Kasten wieder verschlossen.
Vorteile: Sehr gute Dämmwirkung, vergleichsweise geringer Aufwand.Nachteil: Der Rollladenmechanismus muss demontiert werden.
2. Die Außen-Dämmung (Aufdoppelung)
Bei dieser Methode wird die Außenseite des Rollladenkastens mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) verkleidet und der Kasten so "dicker" gemacht.
Vorgehen:
Die vorhandene Putzschicht wird abgeschlagen.
Dämmplatten werden auf die Vorderseite und Unterseite des Kastens geklebt und gedübelt.
Ein neuer Armierungsputz mit Gewebe und ein abschließender Oberputz werden aufgebracht.
Vorteile: Sehr effektiv, unterbricht die Wärmebrücke vollständig, optisch ansprechende Integration in die Fassade.Nachteil: Höherer Aufwand, arbeitet mit der Fassade, wetterabhängig.
3. Der Dämm-Einsatz (Die elegante Komplettlösung)
Hier wird der alte Kasten quasi "ausgekleidet". Es werden vorgefertigte, wärmegedämmte Elemente eingepasst, die oft auch den neuen Rollladenmotor integrieren.
Vorgehen:
Der alte Kasten wird leer geräumt.
Ein maßangefertigtes oder angepasstes Dämmelement wird eingebracht. Dieses besteht aus einem wärmegedämmten Gehäuse, das den neuen Rollladen aufnimmt.
Alles wird fest verschraubt und abgedichtet.
Vorteile: Bestmögliche Dämmung, häufig mit einem modernen, elektrischen Rollladenantrieb kombinierbar, sehr saubere Lösung.Nachteil: Die teuerste Variante.

Praxistipps für die Durchführung
Dichtheit ist alles: Achten Sie penibel auf eine luftdichte Ebene auf der Rauminnenseite. Jede Undichtigkeit macht den Dämmeffekt zunichte und riskiert Schimmel.
Fachbetrieb konsultieren: Besonders bei der Außendämmung oder bei unsicherer Bewertung des Zustands ist ein Fachbetrieb die richtige Wahl.
Förderung prüfen: Die Dämmung von Rollladenkästen fällt unter die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als Einzelmaßnahme und kann mit einem Zuschuss von 15-20% gefördert werden. Voraussetzung ist die Bestätigung durch einen Energieeffizienz-Experten.
Fazit
Die nachträgliche Dämmung eines alten Mauerwerks-Rollladenkastens ist eine der kostengünstigsten und effizientesten Maßnahmen der energetischen Sanierung. Für vergleichsweise wenig Geld und Aufwand werden Sie eine spürbare Verbesserung des Wohnkomforts erreichen, Heizkosten sparen und bauen zudem noch aktiv Schimmel vor. Es lohnt sich, diesen "schlafenden Riesen" unter den Wärmebrücken endlich zu entschärfen.
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