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Sicherheit auf Baustellen: Vorgaben der Bau-Berufsgenossenschaft für Neubau und Sanierung


Einleitung: Warum Sicherheit auf Baustellen oberste Priorität hat


Jedes Jahr passieren auf deutschen Baustellen tausende Unfälle – viele davon vermeidbar. Die Bau-Berufsgenossenschaft (BG BAU) ist der zentrale Akteur für Arbeitsschutz in der Baubranche. Sie gibt verbindliche Regeln vor, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu verhindern.


In diesem Beitrag erfahren Sie:

✔ Welche Gefahren auf Baustellen lauern

✔ Was die Bau-BG konkret vorschreibt

✔ Wann ein SiGeKo (Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator) Pflicht ist

✔ Wie Absturzsicherungen, Gerüste & Co. fachgerecht ausgeführt werden

✔ Welche Nachschlagewerke verbindlich sind


1. Typische Gefahren auf Baustellen – und wie die Bau-BG sie reguliert


a) Absturzgefahren (Hauptunfallursache!)

  • Ungesicherte Deckenöffnungen, Dachkanten oder Treppen

  • Mangelhafte Gerüste (fehlende Geländer, wacklige Konstruktionen)

  • Unzureichende Leitern (keine Standsicherheit)


Vorgaben der BG BAU:

  • Absturzhöhen ab 1 m müssen gesichert werden (z. B. mit Geländern)

  • Bei Arbeiten auf Dächern Sicherungssysteme wie Auffangnetze oder Gurte

  • Treppenlaufbretter müssen rutschhemmend sein


b) Gefahr durch herabfallende Gegenstände

  • Werkzeuge, Baumaterialien oder Gerüstteile können zu schweren Verletzungen führen


Vorgaben:

  • Schutzhelme Pflicht auf allen Baustellen

  • Absperrungen unter Arbeitsplattformen

  • Gerüste mit Bordbrettern und Schutznetzen


c) Elektrische Gefahren

  • Kabel ohne FI-Schutz, defekte Stromaggregate

  • Arbeiten in der Nähe von Hochspannungsleitungen


Vorgaben:

  • Nur geprüfte Elektrogeräte verwenden

  • FI-Schutzschalter (30 mA) obligatorisch

  • Bei Arbeiten an Leitungen Fachkräfte einsetzen


d) Gesundheitsgefahren durch Staub, Lärm & Chemikalien

  • Quarzstaub (krebserregend) beim Schleifen oder Fräsen

  • Asbest & PCB in Altbauten

  • Lärmbelastung durch Maschinen


Vorgaben:

  • Atemschutz bei Staubentwicklung (FFP2/FFP3)

  • Gehörschutz ab 85 dB(A)

  • Gefährdungsbeurteilung vor Beginn der Arbeiten


Handwerker mit Seil und Netz gesichert
©BG Bau

2. Der SiGeKo – Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator


Wann ist ein SiGeKo gesetzlich vorgeschrieben?


  • Bei Bauvorhaben mit mehreren Gewerken (z. B. Neubau, Umbau)

  • Wenn mehr als 20 Beschäftigte gleichzeitig auf der Baustelle sind

  • Bei besonders riskanten Arbeiten (z. B. Abbruch, Dachdeckerarbeiten)


Aufgaben des SiGeKo:


✔ Erstellung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans (SiGePlan)

✔ Koordination der Schutzmaßnahmen zwischen allen Beteiligten

✔ Kontrolle der Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften

✔ Unterweisung der Bauarbeiter


Achtung: Ohne SiGeKo drohen Bußgelder und Haftungsrisiken!


3. Konkrete Schutzmaßnahmen auf der Baustelle


a) Gerüste – so müssen sie sein

✔ TÜV-geprüft und standsicher (keine wackeligen Konstruktionen)

✔ Geländerhöhe mind. 1 m (bei Arbeitsplattformen)

✔ Bordbretter gegen herabfallende Gegenstände

✔ Regelmäßige Kontrollen durch Fachpersonal


b) Absturzsicherung bei Decken & Treppen

✔ Provisorische Geländer (mind. 1 m hoch)

✔ Auffangnetze bei Arbeiten in Höhen über 3 m

✔ Trittsichere Treppen mit Handlauf

✔ Lücken in Decken müssen abgedeckt oder markiert werden


c) Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Helm (bei allen Tätigkeiten auf der Baustelle)

  • Sicherheitsschuhe (mit Stahlkappe)

  • Handschuhe, Gehörschutz, Atemschutz (je nach Gefahr)


4. Wichtige Nachschlagewerke & Regelwerke

Regelwerk

Inhalt

DGUV Regel 100-001

Grundlagen des Arbeitsschutzes auf Baustellen

DGUV Regel 101-004

Absturzsicherungen, Gerüste, Leitern

RAB 34

Richtlinie für SiGeKo-Pflichten

TRBS 2121

Gefährdungen durch Absturz

ASR A2.3

Schutz vor Sturz und herabfallenden Teilen

Praxistipp: Die Bau-BG bietet kostenlose Checklisten und Muster-Gefährdungsbeurteilungen auf www.bgbau.de.


5. Fazit: Sicherheit ist Chefsache!


  • Jeder Bauherr ist verantwortlich für die Sicherheit auf seiner Baustelle.

  • Ein SiGeKo muss frühzeitig bestellt werden, wenn mehrere Gewerke arbeiten.

  • Abstürze sind die häufigste Unfallursache – deshalb Geländer, Netze & Gurte nutzen.

  • Die Bau-BG hilft mit Schulungen und Unterlagen – nutzen Sie das Angebot!


Wer die Regeln ignoriert, riskiert Leben, hohe Strafen und Haftungsfolgen.

Haben Sie Erfahrungen mit Arbeitsschutz auf Baustellen? Diskutieren Sie mit in den Kommentaren!

 

 

 

 

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